Roadshow

Die Zukunft der EU im Schatten des Brexit – Worauf muss sich die norddeutsche Wirtschaft einstellen?

Der Europaabgeordnete David McAllister hat auf einer Diskussionsveranstaltung von IHK NORD, Handelskammer Hamburg und NORDHANDEL am 1. Juni 2018 den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union scharf kritisiert. McAllister, der auch Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament ist sagte:
"Der Brexit ist und bleibt für mich ein historischer Fehler. Dennoch bin ich optimistisch, dass unsere norddeutsche Wirtschaft imstande sein wird, die mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union einhergehenden Herausforderungen zu bewältigen."
Das Ziel müsse es sein, die negativen Auswirkungen für Bürger und Unternehmen möglichst gering zu halten, aber gleichzeitig die Prinzipien der EU zu bewahren. "Auch nach dem Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU wünsche ich mir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit", sagte McAllister vor rund 60 Gästen in der Handelskammer Hamburg.
In seiner Begrüßung sagte Handelskammer-Präses Tobias Bergmann:
"Für eine auf Internationalität ausgerichtete Wirtschaft wie die norddeutsche ist der Ausstieg des Vereinigten Königreichs ein Schritt, den wir außerordentlich bedauern, der aber natürlich zu respektieren ist."
Die zentrale Herausforderung sei nun die möglichst effiziente Gestaltung der künftigen Zollabwicklung im Warenverkehr. "Die Firmen brauchen schnell Rechtssicherheit. Sie brauchen Regelungen, die in Bezug auf die künftige zolltechnische Abwicklung des Warenverkehrs Klarheit bringen."
Auch Dr. Malte Heyne, Geschäftsführer der IHK Nord, betont die Dringlichkeit von mehr Rechtssicherheit:
"Europa braucht einen neuen ‚modus vivendi‘ mit Großbritannien, einem der wichtigsten internationalen Handelspartner der norddeutschen Wirtschaft."
Wichtig sei beispielsweise ein Schifffahrtsabkommen nach dem Vorbild des CETA-Abkommens mit Kanada, das die Rechtsunsicherheit mit Blick auf die europäischen Short-Sea-Verkehre löse.
NORDHANDEL-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse betonte in seinem Schlusswort: "Europa ist meist die Lösung und nicht das Problem. Die Europäische Union ist nicht das Bürokratiemonster, das nur Vorschriften erlässt. Europa ist die Idee einer Gemeinschaft, die friedlich zusammenarbeitet, überzeugt davon, dass zusammen alles besser geht. Nur als starke Gemeinschaft können wir mehr bewegen."