Brexit

Brexit - Unsicherheiten belasten Wirtschaft

Norddeutsche Unternehmen erwarten Verschlechterung der Geschäfte

Auch knapp drei Jahre nach dem Referendum ist der Brexit weiterhin ein Dauerbrenner in den Nachrichten – und noch immer ist unklar, welches Brexit-Szenario Realität wird. Die damit einhergehende Unsicherheit über die zukünftigen Rahmenbedingungen belastet bereits heute die Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in das Vereinigte Königreich. Welchen Einfluss hat der schwelende Brexit-Konflikt auf die norddeutsche Wirtschaft?
Die Sorge vor einer Verschlechterung der Geschäfte ist groß: Über die Hälfte der befragten norddeutschen Unternehmen (55%) erwarten 2019 negative Effekte auf ihre Geschäftstätigkeit mit dem Vereinigten Königreich. Der Anteil der Zuversichtlichen liegt lediglich bei nur knapp 5%. Rund 15% der in Vereinigten Königreich aktiven Unternehmen planen derzeit bereits eine Verlagerung ihrer Investitionen auf andere Märkte.
Dies sind die Ergebnisse einer Sonderauswertung der bundesweiten IHK-Unternehmensumfrage "Going International" aus Februar 2019. Dazu wurden die Umfrageergebnisse von 213 norddeutschen Unternehmen ausgewertet, die mit dem Vereinigten Königreich geschäftlich in Verbindung stehen.
Aufgrund der bis dato weiterhin ausstehenden politischen Entscheidung im Hinblick auf die unterschiedlichen Brexit-Optionen überrascht es nicht, dass sich die Mehrzahl der befragten Unternehmen zwar auf das Worst-Case-Szenario eines harten Brexits vorbereitet haben, die konkreten Auswirkungen auf die Unternehmenstätigkeit jedoch nur schwer einschätzen können. Allerdings binden die vorbereitenden Maßnahmen der Unternehmen auf die unterschiedlichen Brexit-Szenarien bereits heute Ressourcen.
Vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Unsicherheit über den Verlauf der Austrittsverhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich fordert die IHK Nord, Übergangsfristen mit Augenmaß zu vereinbaren, um negative Auswirkungen auf die norddeutsche Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Die im Vereinigten Königreich aktiven norddeutschen Unternehmen brauchen für ihre Investitionen und Geschäftsaktivitäten langfristige Rechtssicherheit und möglichst wenig neue Bürokratie. Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern stehen ihren Unternehmen weiterhin mit vielfältigen Beratungs- und Veranstaltungsangeboten zum Brexit zur Seite.