Wasserstoff in Norddeutschland

Norddeutschlands Vorreiterrolle als Wasserstoffregion

In Zeiten von Energiewende, Klimawandel und Schulstreiks gewinnt Wasserstoff als Lösung für unsere Mobilitäts-, Wärme- und Energieprobleme zunehmend an Bedeutung.
Norddeutschland hat, insbesondere in Hinblick auf die Gewinnung von „grünem Wasserstoff“ aus Windenergie, einen entscheidenden Standortvorteil – und somit die Chance, Wasserstoff und einhergehende Innovationen in einem nachhaltig wachsenden Markt aus Norddeutschland heraus zu etablieren. Branchen- und sektorenübergreifende Wertschöpfung kann im Norden entwickelt und signifikant ausgebaut werden, um somit das wirtschaftliche Süd-Nord-Gefälle zu reduzieren.
Am 2. Mai 2019 haben sich die fünf norddeutschen Bundesländer auf Eckpunkte einer norddeutschen Wasserstoffstrategie verständigt, die bis Ende 2019 ausgearbeitet und politisch beschlossen werden soll. Norddeutschland wird in den Eckpunkten als prädestinierte Region für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft gesehen, die eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance bietet, die es zu ergreifen gilt.
Die IHK Nord begrüßt den gemeinsamen politischen Willen für die Etablierung einer norddeutschen Wasserstoffwirtschaft ausdrücklich.

23. und 24. Oktober 2019: International Hydrogen-Symposium in Hamburg

Die IHK Nord veranstaltet gemeinsam mit der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V. das “International Hydrogen Symposium” am 23. und 24. Oktober in Hamburg.

Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

7. August 2019: “Wasserstoff: Norddeutschland startet durch”

IHK Nord stellt Forderungen für eine norddeutsche Wasserstoffstrategie vor

Die IHK Nord fordert die norddeutschen Bundesländer auf, Norddeutschland als Vorreiter der Wasserstofftechnologie zu positionieren und den Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft zu befördern.
„Norddeutschland sollte seine großartigen Chancen ergreifen und die Wasserstoffwirtschaft nutzen, um das bestehende Süd-Nord-Gefälle abzubauen“, so Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord. „Wir haben hier im Norden herausragende Möglichkeiten, grünen Wasserstoff aus Windstrom zu produzieren und so die norddeutsche Wirtschaft nachhaltig voranzubringen. Der Erfolg der Energiewende entscheidet sich unzweifelhaft in Norddeutschland und wird ohne Wasserstoff nicht möglich sein.“
Die IHK Nord begrüßt daher den politischen Willen der norddeutschen Bundesländer zur Erarbeitung einer norddeutschen Wasserstoffstrategie und den Aufbau einer norddeutschen Wasserstoffwirtschaft ausdrücklich. Gleichzeitig fordert sie in Hinblick auf regulatorische Vorgaben, dass die Anlagen zur Wasserstofferzeugung von der EEG-Umlage ausgenommen werden und der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien politisch forciert und mit dem Bau von Elektrolyseuren mit Speicherungsmöglichkeiten verbunden wird.
Die Einsatzmöglichkeiten des Wasserstoffs sind vielfältig und erstrecken sich u.a. auf Industrie, Energie, Wärme und Landwirtschaft. Die IHK Nord sieht Wasserstoff außerdem als wichtigen Baustein zur emissionsfreien Mobilität und fordert die norddeutschen Bundesländer daher auf, die für Elektro-LKW bis zunächst 2021 geltende sowie für CNG- und LNG-LKW befristet eingeführte zweijährige Mautbefreiung explizit auf Brennstoffzellen-LKWs auszuweiten. Auch sollte die Brennstoffzellenmobilität mit der batterieelektrischen Mobilität in Bezug auf die Anrechnung auf die THG-Minderungsziele und Flottenemissionsziele gleichgestellt werden. Bund, Länder, Städte, Kommunen und Landkreise sollten darüber hinaus neben der batterieelektrischen E-Mobilität auch die Brennstoffzellentechnologie für ihre Fuhrparks berücksichtigen und den Wasserstoff-Tankstellenausbau fördern.
Darüber hinaus sieht die IHK Nord großes Potenzial, Wasserstoff als Energiespeicher zu nutzen. Die Betreiber der insbesondere in Norddeutschland vorhandenen Kavernenspeicher sollten deshalb unterstützt werden, diese für die Wasserstoffspeicherung zu ertüchtigen und die vorhandenen Gasnetze beim Ersatz wasserstofffest zu machen.
Um sich langfristig als führende Wasserstoffregion zu etablieren, gilt es auch, entsprechendes Know-How aufzubauen und weiterzuentwickeln. Daher fordert die IHK Nord, ein norddeutsches Cluster im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie aufzubauen sowie die in norddeutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen betriebenen Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet des Wasserstoffs substantiell zu fördern.
Der erste Schritt ist schon getan:
„6 von 20 Reallaboren des Bundeswirtschaftsministeriums zur Erprobung zukunftsfähiger Energietechnologien finden sich in Norddeutschland. Gemeinsam arbeiten wir daran, Norddeutschland als Top-Wasserstoffstandort zu präsentieren.“ so Kühn.
Das Wasserstoff-Positionspapier der IHK Nord finden Sie hier.
Um diese Entwicklungen voranzutreiben, veranstaltet die IHK Nord in Kooperation mit der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg am 23.-24. Oktober 2019 das „International Hydrogen Symposium“ in der Handelskammer Hamburg. Alle Informationen zum Programm und Registrierung finden Sie unter: www.H2symposium.de

27. Juni 2019: Nordic Talking

Am 27. Juni 2019 fand das IHK Nord-Mittagsformat „Nordic Talking“ zum Thema „Norddeutschlands Vorreiterrolle als Wasserstoffregion“ in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin statt.

 

Die 30 Teilnehmer aus Norddeutschland und dem ganzen Bundesgebiet wurden von Dr. Malte Heyne, Geschäftsführer der IHK Nord, begrüßt. Anschließend stellte Matthias Kohlmann, Geschäftsführer und CFO der FAUN Gruppe / FAUN Umwelttechnik GmbH & Co. KG in Osterholz-Scharmbeck, in seinem Impulsvortrag die Funktionsweise der von der FAUN-Gruppe mit Wasserstoffantrieb ausgerüsteten Abfallsammelfahrzeuge dar. Dieses präsentierte Best-Practice-Beispiel zeigte eine wirtschaftliche Nutzung von Wasserstoff als Teil der Energie- und Mobilitätswende auf. Es sei von besonderer Bedeutung, so Kohlmann, Kommunen, Privatpersonen und die Automobilindustrie von den Vorteilen dieses Antriebs zu überzeugen, um die CO2-Emissionen im täglichen Straßenverkehr zu reduzieren. Es ist daher dringende Aufgabe der Politik, die nötigen Rahmenbedingungen und Infrastrukturen zu schaffen, damit die Nutzung von Wasserstoff anwenderfreundlich wird.
Bundestagsabgeordneter und Schirmherr Rüdiger Kruse unterstrich in seiner Begrüßung, dass Norddeutschland aufgrund der im großen Maße vorhandenen Windenergie eine prädestinierte Region für die Gewinnung und Nutzung von Wasserstoff ist. Es sei vor allem dieser sogenannte Grüne Wasserstoff, der eine Lösung für die Problematik des fehlenden Stromnetzausbaus in Richtung Süden und die damit verbundene zeitweise Abschaltung der Windkraftanlagen in Norddeutschland (On- und Offshore) darstelle.
Adrian Ulrich, Leiter des Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt der Handelskammer Hamburg, machte die Teilnehmer auf die zahlreichen Projekte und Akteure der norddeutschen Wasserstoffwirtschaft aufmerksam. So nimmt Norddeutschland insbesondere in Hinblick auf den weltweit ersten Wasserstoffzug, der in Niedersachsen im regulären Linienbetrieb zwischen Cuxhaven und Buxtehude verkehrt, eine Vorreiterrolle ein und erregt damit auch internationale Aufmerksamkeit. Um Norddeutschland in diesem Zusammenhang noch weiter voranzubringen sei es unbedingt erforderlich, die EEG-Umlage für den Strom zur Produktion von Wasserstoff abzuschaffen. Nur so können kleine und mittelständische Unternehmen angeregt werden, weitere Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Mit großer Begeisterung diskutierten die Abgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretäre anschließend über das Potential und die Bedeutung des Wasserstoffs als Teil der Energie- und Mobilitätswende und waren sich einig, dass vor allem der regulatorischen Rahmen angepasst werden müsse. Ebenso sei es notwendig, die Forschung und Entwicklung in Bezug auf die Elektrolyse, weitere Anwendungsmöglichkeiten und den Wirkungsgrad des Wasserstoffs weiterhin zu unterstützen und zu fördern. Mit Spannung wird außerdem die angekündigte Wasserstoffstrategie der Bundesregierung zum Ende dieses Jahres erwartet.

21. Juni 2019: Wunderwaffe Wasserstoff – Rettet Norddeutschland die Energiewende?

Die gesamte Folge von “Pfeiffer fragt” finden Sie hier.
Die Ergebnisse der Europawahl waren eindeutig: Der Klimawandel ist das Thema der Stunde. Die Energiewende sorgt die Bürger vor allem anderen. Kein Wunder bei der traurigen Tatsache: Der Umstieg auf regenerative Energiequellen in Deutschland kommt nicht richtig voran. Die Klimaschutzziele werden verfehlt. Der Ausbau der Stromnetze stockt. Und die Maßnahmen werden schlecht gesteuert und koordiniert. Kurz: Versetzung gefährdet. „Sechs - Setzen!“
Und das, obwohl die nationalen Ziele klar defi niert sind und die GroKo bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien mit Hilfe gigantischer Windenergieanlagen auf hoher See und auf dem Land von derzeit etwa 30 auf dann 65 Prozent ausbauen will. Doch damit das klappt sind neue „Strom-Autobahnen“ von Nord nach Süd nötig – die aber nicht vor 2025 stehen.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Die „Norddeutsche Energiewende 4.0“. Ein Projekt, bei dem insgesamt 60 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in rund 100 Projekten und 30 Demonstrationsvorhaben erproben, wie hochfl exible Speicherlösungen zukünftige Engpässe und Überlastungen im Stromnetz verhindern können.
Der Schlüssel dazu heißt: Wasserstoff als Speichersystem. Doch wie konkret wird die jüngst beschlossene „Wasserstoffi nitiative“ der 5 norddeutschen Bundesländer umgesetzt, wie gut und abgestimmt arbeitet man dabei zusammen? Und hilft das, das Durcheinander im Bund und in Europa zu beseitigen?
Kurz: Wunderwaffe Wasserstoff – Rettet Norddeutschland die Energiewende?
Mit Moderator Jürgen Pfeiffer diskutierten diesmal folgende hochkarätige Gäste:
Dr. Bernd Buchholz, Uli Wachholtz, Jürgen Wollschläger, Werner Diewald, Dr. Klaus Bonhoff und Jorgo Chatzimarkakis.