International Hydrogen Symposium

Treffen der internationalen Wasserstoff-Szene in Hamburg

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Hamburgs Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann eröffnen das Internationale Wasserstoff-Symposium / Unternehmen präsentieren ausgereifte Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff
Über 700 Teilnehmer und mehr als 30 Referenten aus aller Welt folgten der Einladung der IHK Nord und der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg in die Hansestadt, wo sich am 23. und 24. Oktober alles um den Einsatz von Wasserstoff dreht. Unternehmen aus Norddeutschland stellen bewährte Verfahren und innovative Projekte zur Dekarbonisierung vor und bestärken die Standortvorteile der Region sowie die Forderungen des Wasserstoff-Positionspapiers der IHK Nord an die Politik.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Hamburgs Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann betonten die Bedeutung Norddeutschlands für die Wasserstofftechnologie. „Grüner Wasserstoff bietet die Chance, erneuerbare Energien – etwa in den Bereichen Mobilität und Industrie - sinnvoll zu nutzen. Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft ist eine große industriepolitische Chance für Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Diese Chancen wollen wir in Schleswig-Holstein nutzen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther.
Zum Auftakt des Internationalen Wasserstoff-Symposiums stellten die Vorsitzende der IHK Nord, Friederike C. Kühn und Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg, ihr gemeinsames Ziel heraus: Wasserstoff als vielfältig einsetzbaren Energiespeicher aus der Forschung und Planung in die Umsetzung zu führen. Getreu dem Motto des Symposiums „the future ist now“, warben sie für mehr politische Unterstützung für die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff. „Als Energiespeichertechnologie gewinnt Wasserstoff eine erhebliche Bedeutung und wird ein elementarer Baustein für die Energiewende. Mit dem International Hydrogen Symposium bringen wir internationale Wasserstoff-Benchmark-Regionen zusammen und zeigen auf, dass Norddeutschland bei diesem Thema ganz vorne mitspielt“, so Michael Eggenschwiler.
„Wasserstoff kann einen echten Paradigmenwechsel für unsere Region bedeuten. Er hat großes Potenzial zur Steigerung der Wertschöpfung zahlreicher Sektoren und Branchen unseres Wirtschaftsraumes. Mit diesem Symposium zeigen wir die vielen Möglichkeiten Norddeutschlands“, ergänzt Friederike C. Kühn. Wasserstoff kann das entscheidende Element zu einer erfolgreichen Energiewende und Dekarbonisierung verschiedener Sektoren sein. Doch noch ist nachhaltig produzierter Wasserstoff nicht in größeren Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar. Norddeutschland birgt das Potenzial, das zu ändern: Jährlich werden rund 4.500 Gigawattstunden Windstrom abgeregelt, da die Stromnetze die Leistung nicht aufnehmen können. Per Elektrolyse könnte dieser Überschussstrom in 83 Millionen Kilogramm grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Zur Einordnung: Mit dieser Menge könnten zum Beispiel eine Million Wasserstoff-Fahrzeuge je rund 8.000 km pro Jahr fahren.
Inhalte des Symposiums
Neben den Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene, steht bei dem Symposium insbesondere der Austausch unterschiedlicher Industriezweige im Vordergrund. Am 23. Oktober präsentieren acht Aussteller ausgewählte Projekte und diverse Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff in den Räumen der Handelskammer Hamburg. Neben den praktischen Verfahren demonstrieren sie so zugleich, dass die Technologie für den industriellen Einsatz bereits ausgereift ist. Die Unternehmen bekräftigen damit auch gegenüber den politischen Vertretern vor Ort die Notwendigkeit, die Herstellung von grünem Wasserstoff in Deutschland zu fördern.
Die Panels des ersten Veranstaltungstages widmen sich der Produktion und „Power-to-Gas“-Verfahren, also der Umwandlung elektrischer Energie in Gas, sowie dem Stichwort Mobilität. Referenten aus den Niederlanden, Japan und der südkoreanischen Hyundai Motor Group geben Einblick in ihre Projekte und stellen das europäische „Hydrogen-Valley“ vor. Nachmittags sprechen Vertreter unter anderem von Mercedes-Benz Fuel Cell, Siemens Hydrogen Solutions und Alstom Transport Deutschland über Wasserstoff in der Brennstoffzellentechnologie und die erfolgreiche Kombination von Energie- und Verkehrswende.
Der 24. Oktober steht ganz im Zeichen der deutschen Industrie und synthetischer Kraftstoffe, mit Panellisten von MAN Energy Solutions, Lufthansa, Shell Global Solutions Deutschland und weiteren Unternehmen und Wissenschaftlern. Im Rahmen des Hydrogen Mobility Award werden mittags mehrere Auszeichnungen feierlich überreicht, bevor die Veranstaltung mit einem finalen Highlight schließt: In einer Rallye werden verschiedene Brennstoffzellenautos vor der Handelskammer Hamburg auffahren.
Eine Übersicht über Wasserstoffprojekte in den Norddeutschen Bundesländern findet sich in der Veranstaltungsbroschüre und auf der Homepage unter www.h2symposium.de/projects.