MRV-Verordnung

Datenerhebung im Seeverkehr harmonisieren und Aufwand reduzieren

IHK Nord fordert vollständige Harmonisierung der MRV-Verordnung mit dem globalen Datenerhebungssystem der IMO

Seit Januar 2019 müssen Schiffe, die sich im europäischen Wirtschaftsraum bewegen, Überwachungs- und Berichterstattungspflichten erfüllen. Diese ergeben sich aus der Verordnung über die Überwachung, Berichterstattung und Prüfung von CO2-Emissionen aus dem Seeverkehr (MRV-Verordnung) und dem globalen Datenerhebungssystem der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO- Datenerhebungssystem). In einer gemeinsamen Stellungnahme der zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern fordert die IHK Nord die EU-Kommission auf, die MRV-Verordnung vollständig mit dem IMO-Datenerhebungssystem zu harmonisieren und die Veröffentlichung der Emissionsberichte nach Artikel 21 der MRV-Verordnung unter dem Aspekt der Sensibilität dieser Daten der Schifffahrtsunternehmen kritisch zu prüfen.
Die EU plant, den bestehenden Doppelaufwand durch die Änderung der MRV-Verordnung durch eine Angleichung an das IMO-Datenerhebungssystem zu reduzieren.
„Grundsätzlich begrüßen wir die Initiative der EU-Kommission, die beiden Systeme zu harmonisieren. Allerdings geht die EU den Schritt nicht konsequent, indem sie nur eine Harmonisierung in Teilen vornimmt. Diese müsste jedoch vollständig erfolgen, um das Ziel – die Verringerung des Verwaltungsaufwandes für Schifffahrtsunternehmen – zu erreichen“, sagte Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord.
Darüber hinaus bewertet die IHK Nord die weiterhin nach der MRV-Verordnung vorgeschriebene Veröffentlichung der Emissionsberichte kritisch.
„Im Emissionsbericht sind von den Schifffahrtsunternehmen umfangreiche Daten offenzulegen – darunter außer den Daten zur CO2-Emission auch der durchschnittliche Treibstoffverbrauch pro Transportleistung eines Schiffs sowie zur technischen Effizienz und zur gesamten Transportleistung. Diese ermöglichen es, Rückschlüsse auf die Effizienz einzelner Schiffe und Transportrouten zu ziehen. Die Schifffahrtsunternehmen sind direkt gezwungen, sensible Daten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die unserer Ansicht nach dem  Betriebsgeheimnis unterfallen“, betonte Kühn abschließend.