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Nr. 3761766
Maritime Konjunktur

Sorge bei den Werften im Norden – starke Zuwächse in der Schifffahrt

Während die Hafenwirtschaft und Schifffahrt deutliche Zuwächse beim Geschäftsklimaindex verzeichnen, sind die Einschätzungen beim Schiffbau verhalten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern.
Am stärksten ist die konjunkturelle Lage aktuell in der Schifffahrt: Der Geschäftsklimaindex verzeichnet hier ein Plus von rund 44 Punkten und klettert damit auf 126,9 Punkte. 85 Prozent der befragten Reeder beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Dennoch sehen die Unternehmen Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung: Drei Viertel sorgen sich um die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, jedes zweite Unternehmen hat Schwierigkeiten, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden.
Nicht so stark wie in der Schifffahrt steigt der Geschäftsklimaindex in der Hafenwirtschaft von 104,5 auf 118,0 Punkte. Auch hier bezeichnen rund drei Viertel der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Allerdings sehen auch über 70 Prozent Risiken mit Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Wir fordern mehr Engagement der Politik beim Infrastrukturausbau der Hafenhinterlandanbindungen und der nautischen Zufahrten zu den deutschen Seehäfen“, so Prof. Norbert Aust, Vorsitzender der IHK Nord. „Wir brauchen mehr Tempo. Die Planungs- und Genehmigungszeiten für Bauprojekte dauern in Deutschland deutlich zu lang. Dieses Problem muss die neue Ampelkoalition in Berlin durch eine Planungsrechtsreform dringend anpacken“, so Aust.
Rückläufig ist der Geschäftsklimaindex beim Schiffbau. Er verliert rund neun Punkte im Vergleich zum Frühjahr 2021. Fast neun von zehn Betrieben sehen wirtschaftliche Risiken bei den Energie- und Rohstoffpreisen. Mehr als drei Viertel beklagen den zunehmenden Fachkräftemangel. Sieben von zehn Unternehmen sorgen sich um die Auslandsnachfrage. „Um die sehr schwierige Lage im Schiffbau zu überwinden, muss die Finanzierung von Schiffbauaufträgen von der Politik besser unterstützt werden“, betont Aust. Zudem fordert er, dass sich Bund und Länder flexibler und schneller bei der staatlichen Vergabe von Neubau- und Reparaturaufträgen zeigen.

Maritime Konjunktur

Umfrage Frühjahr 2021: Erfolgskurs setzt sich fort

Die Konjunktur der maritimen Wirtschaft in Deutschland setzt ihren Erholungskurs im Vergleich zum Jahr 2020 fort. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHK Nord. Die drei Teilbranchen Hafenwirtschaft, Schiffbau und Schifffahrt verzeichnen dabei allesamt Zuwächse beim Geschäftsklimaindex.
Am stärksten zulegen kann das Konjunkturbarometer in der Hafenwirtschaft: Es verzeichnet ein Plus von knapp 45 Punkten und klettert damit auf 104,5 Punkte. „Wir sehen, dass der Umschlag in den Seehäfen weiter anzieht und sich langsam von den Pandemie-Folgen erholt“, sagte Norbert Aust, Vorsitzender der IHK Nord. Dennoch müssten die deutschen Häfen nach wie vor ihre preisliche und infrastrukturelle Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz in Belgien, den Niederlanden und Polen verbessern. Zudem schlagen die norddeutschen Industrie- und Handelskammern vor, die Befahrungsabgabe für den Nord-Ostsee-Kanal perspektivisch abzuschaffen oder zumindest abhängig von der Auslastung des Kanals zu flexibilisieren. Der NOK ist derzeit in den norddeutschen Bundesländern die einzige Bundeswasserstraße, für die noch eine Befahrensabgabe erhoben wird.
Nicht ganz so stark wie in der Hafenwirtschaft steigt der Geschäftsklimaindex bei den Werften von 59,2 auf 78,3 Punkte. Mehr als drei Viertel der befragten Betriebe sehen allerdings große Probleme mit Blick auf die Auslandsnachfrage. „Die Subventionspraxis in manchen asiatischen Ländern führt zu deutlichen Wettbewerbsverzerrungen. Das bedeutet für deutsche Werften eine erhebliche Steigerung des Konkurrenzdrucks“, sagte Aust. Um den Schiffbau hierzulande zu unterstützen, fordert der IHK Nord-Vorsitzende, dass Bund und Länder Neubau- und Reparaturaufträge für eigene Schiffe und der Marine schneller und unbürokratischer vergeben. Zudem sollte sich die Bundesregierung international stärker für einen fairen Wettbewerb einsetzen.
Auch in der Schifffahrt kann das Stimmungsbarometer zulegen. Es steigt im Vergleich zum Herbst 2020 von 75,8 auf 83,4 Punkte. Vor einem Jahr lag der Geschäftsklimaindex noch bei nur rund neun Punkten. „Damals gab es große Sorgen, dass die Schifffahrtsmärkte aufgrund der Pandemie komplett in die Knie gehen“, betonte Aust. Seit Herbst 2020 hätten die Charter- und Frachtraten aber wieder deutlich angezogen. Auch die OECD und der IWF rechnen für dieses Jahr mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von bis zu sechs Prozent. „Dies sollte der internationalen Schifffahrt weiter Rückenwind geben“, so der Vorsitzende der IHK Nord.

IHK-Nord-Konjunkturreport-Maritim Frühjahr 2021

11.12.2020

Konjunkturumfrage Maritime Wirtschaft

Deutliche Erholung bei Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schifffahrt

Die Konjunktur der maritimen Wirtschaft in Deutschland hat sich im Herbst im Vergleich zum Frühjahr 2020 erholt, die Zahlen liegen aber immer noch unter dem Niveau des Vorjahres. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern. Die drei Teilbranchen Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schifffahrt verzeichnen dabei deutliche Zuwächse beim Geschäftsklimaindex.
Am stärksten zulegen kann das Konjunkturbarometer in der Schifffahrt: Es verzeichnet ein Plus von 67 Punkten und springt so auf 75,8 Punkte. „Insgesamt ist die Schifffahrt bislang besser durch die Krise gekommen als noch im Frühjahr erwartet“, sagte Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord. Dabei gebe es aber durchaus ein unterschiedliches Bild: Während große Linienreeder wieder Gewinne erzielen, liege die Kreuzschifffahrt noch weitgehend am Boden. „Die allgemeine Warnung vor Kreuzfahrten auf der Webseite des Auswärtigen Amtes kommt einem faktischen Branchen-Lockdown gleich. Beim Kreuzfahrtgipfel mit Politik und Unternehmen sollte diese Warnung neu bewertet werden“, so die IHK Nord-Vorsitzende.
Nicht ganz so stark wie in der Schifffahrt steigt der Geschäftsklimaindex bei den Werften von 38,9 auf 59,2 Punkte. Vier von fünf der befragten Betriebe sehen große Probleme mit Blick auf die Auslandsnachfrage. „Besonders der Kreuzfahrtschiffbau leidet unter der Krise“, sagte Marahrens-Hashagen. Um die Werften zu erhalten und Tausende Arbeitsplätze bei den Zulieferern zu sichern, sollte der Bund das sogenannte Großbürgschaftsprogramm (parallele Bund-Länder-Bürgschaften) uneingeschränkt auf den Schiffbau anwenden und auch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds gezielt zur Stützung einzelner Betriebe einsetzen.
Auch in der Hafenwirtschaft kann das Stimmungsbarometer zulegen. Es steigt um rund 36 Punkte und steht aktuell bei 59,9 Punkten. „Trotz dieser erfreulichen Nachricht sind vor allem die großen deutschen Seehäfen seit Beginn der Pandemie gegenüber der Konkurrenz aus Rotterdam und Antwerpen weiter ins Hintertreffen geraten“, sagte Marahrens-Hashagen. „Positiv hervorzuheben ist, dass die Regionalhäfen sowie die Seehäfen der Ostsee von den Folgen der Pandemie weniger stark betroffen sind und fast durchgängig ihr Vorjahresergebnis im Gütertransport erreichen können.“ Aus Sicht der norddeutschen Industrie- und Handelskammern sollten die Anlaufkosten von Schiffen zu den deutschen Seehäfen dauerhaft gesenkt werden. Die Corona-Pandemie hat ebenfalls sehr deutlich gemacht, dass auch in der maritimen Wirtschaft digitale Lösungen gebraucht werden. Daher sollte die Digitalisierung z. B. in den Häfen noch schneller als bislang vorangetrieben werden.
Die Umfrageergebnisse finden Sie in der rechten Spalte zum Download.
2020_IHK-Nord-Konjunkturreport-Maritim Herbst 2020
03.07.2020

IHK Nord-Konjunkturumfrage Maritime Wirtschaft

Extreme Einbrüche der Konjunkturaussichten bei Schiffbau, Schifffahrt und Häfen

Die Konjunktur der maritimen Wirtschaft in Deutschland ist im Frühjahr 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie regelrecht abgestürzt. Dies ist das Ergebnis der  Frühjahrsumfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern. Die drei Teilbranchen Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schifffahrt verzeichnen dabei alle enorme Einbrüche beim Geschäftsklimaindex.
Das Konjunkturbarometer in der Werftindustrie stürzte von 123,7 auf 38,9 Punkte ab. Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord, sagte: „Besonders hart trifft es den Kreuzfahrtschiffbau. Hier ist im Augenblick kaum abzusehen, wie sich die Lage weiter entwickelt.“ Neun von zehn der befragten Betriebe sehen große Probleme mit Blick auf die Auslandsnachfrage. Die schwache Nachfrage ziehe sich dabei quer durch die gesamte Wertschöpfungskette. „Um die deutschen Werften zu stützen und zu erhalten, sollte die von der Bundesregierung im Konjunkturpaket aufgeführte Ersatzbeschaffung von Schiffen zügig umgesetzt werden“, so Marahrens-Hashagen.
Stark rückläufig ist auch der Geschäftsklimaindex in der Hafenwirtschaft. Er verliert über 50 Punkte und steht jetzt bei 24,4 Punkten. „In den Häfen verzeichnen wir sehr große Ladungsrückgänge“, sagte Marahrens-Hashagen. Viele Unternehmen hätten bereits Kurzarbeit angemeldet. Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern fordern deshalb, die Anlaufkosten von Schiffen zu den deutschen Seehäfen nicht weiter zu verteuern und vor allem die Lotsabgaben zu senken. „Wir brauchen jetzt vor allem Maßnahmen, die schnell wirken und damit ein deutliches Bekenntnis zum maritimen Standort Norddeutschland“, betonte die IHK Nord-Vorsitzende.
Das Stimmungsbarometer in der Schifffahrt ist ebenfalls extrem abgestürzt: Es verlor knapp 80 Punkte und steht nun bei 8,8 Punkten. Die Zahl der Schiffe, die ohne Beschäftigung sind und aufliegen, ist auf dem höchsten Niveau, das jemals gemessen wurde. Die Charterraten sind extrem gefallen – der Kostendruck in der Branche ist hoch.
 



Konjunkturumfrage Herbst 2019

IHK Nord-Konjunkturumfrage Maritime Wirtschaft

Schiffbau positiv, Hafenwirtschaft pessimistisch

Die Konjunkturbewertungen in der maritimen Wirtschaft in Deutschland im Herbst 2019 sind deutlich geteilt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Herbstumfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern. Während der Geschäftsklimaindex der Hafenwirtschaft einbricht, steigt er beim Schiffbau. Die Konjunktur in der Schifffahrt bleibt stabil, verharrt aber weiter auf niedrigem Niveau.
 
„Die Konjunkturzahlen beim Schiffbau sind erfreulich“ so Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord.
Der Index stieg hier von 107,6 auf 123,7 Punkte.
„Sorgen bereitet den Werften aber weiterhin die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften“, so Kühn weiter.
Neun von zehn der befragten Betriebe sehen hier große Probleme. Dieser Trend habe sich seit der letzten Umfrage im Frühjahr 2019 sogar deutlich verschärft: Damals gaben nur rund 60 Prozent der Werften an, ein Fachkräfteproblem zu haben. Zudem sehen mehr als drei Viertel der Schiffbauer derzeit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kritisch.
Stark rückläufig ist der Geschäftsklimaindex in der Hafenwirtschaft. Er verliert knapp 36 Punkte und steht jetzt bei 76,4 Punkten. Zwei Drittel der Unternehmen sehen das wirtschaftspolitische Umfeld als Risiko. Kühn betonte vor diesem Hintergrund, dass Deutschland nach wie vor beim Ausbau wichtiger Infrastrukturprojekte zu langsam vorankomme und bei der Digitalisierung hinterherhinke. Dadurch hätten deutsche Seehäfen in den vergangenen Jahren bereits Marktanteile beim Umschlag verloren. Überdies würden steuerliche Vorteile für die Hafenwirtschaft in den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen den Wettbewerb zulasten der Betriebe hierzulande verzerren.
„Wir fordern seit Jahren, diese Nachteile schnell zu beseitigen und die deutsche Hafenwirtschaft im Wettbewerb zu stärken“, so Kühn.
Das Stimmungsbarometer in der Schifffahrt verharrt weiter auf niedrigem Niveau: Es verlor etwas über fünf Punkte und fiel auf 87,4 Punkte.
„Die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und der Handelsstreit zwischen China und den USA drücken weiter auf die Stimmung“, sagte die IHK Nord-Vorsitzende.
Ferner würden mehr als die Hälfte der Reeder die Entwicklung der Treibstoffkosten als Herausforderung sehen. Die Branche steht hier vor einem großen Umbruch: Ab 2020 dürfen Schiffe weltweit nur noch mit dem teureren Marinediesel mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,5 Prozent fahren.

Konjunkturumfrage Frühjahr 2019

IHK Nord-Konjunkturumfrage Maritime Wirtschaft

Stimmung weiter rückläufig

Die Konjunktur der maritimen Wirtschaft in Deutschland verliert weiter an Schwung. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Frühjahrsumfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern. Während sich das Geschäftsklima beim Schiffbau und in der Hafenwirtschaft stärker eintrübt, kann es sich in der Schifffahrt aber etwas stabilisieren.
 
2019-konjunktur-maritime-wirtschaft-fruehjahr
Die deutschen Werften sind nicht mehr so zuversichtlich wie im vergangenen Jahr. Der Konjunkturindex büßt rund 25 Punkte ein und steht nun bei 107,6 Punkten auf einer Skala von 0 (schlecht) bis 200 (sehr gut).
„Wie bereits bei der letzten Umfrage im Herbst 2018 bereitet die Suche nach Fachkräften der Branche weiter Probleme“, sagte Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord.
Zudem klagen über 60 Prozent der Betriebe über zu hohe Arbeitskosten. Auch den stärkeren Einstieg Chinas in den Hightech-Schiffbau sehen die Unternehmen mit großer Sorge.
„Für die insbesondere im Spezialschiffbau tätigen deutschen Werften ist das eine große Herausforderung“, so Kühn.
 
Das Stimmungsbarometer der Hafenwirtschaft verliert ebenfalls knapp sechs Punkte und steht jetzt bei 112,0 Punkten. Wie bei den Werften, äußern sich auch in dieser Branche mehr als die Hälfte der Betriebe verstimmt über das wirtschaftspolitische Umfeld. Kühn betonte, dass Deutschland nach wie vor beim Ausbau wichtiger Seehafenzufahrten und Hinterlandanbindungen zu langsam vorankommt. Auch fiskalische Nachteile gegenüber anderen EU-Ländern beim Handling der Einfuhrumsatzsteuer müssen schnell beseitigt werden.
 
Der Geschäftsklimaindex in der Schifffahrt kann sich dagegen auf niedrigem Niveau etwas erholen: Er legt leicht um 1,6 auf 92,5 Punkte zu.
„Die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und der verschärfte Handelsstreit zwischen China und den USA drücken aber weiter auf die Stimmung“, sagte die IHK Nord-Vorsitzende.
Zudem sehen drei Viertel der Reeder die Entwicklung der Treibstoffkosten derzeit kritisch. Die Branche steht hier vor einem großen Umbruch: Ab 2020 dürfen Schiffe weltweit nur noch den teureren Marinediesel mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,5 Prozent verwenden.