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Nr. 3791190
Roundtable Discussion

Ausweitung des ETS auf den Seeverkehr

IHK Nord-Diskussion im Europäischen Parlament zur geplanten Ausweitung des Europäischen Emissionshandelssystems auf den Seeverkehr
Am 19. Februar 2020 veranstaltete die IHK Nord in den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments eine Roundtable Discussion zum Thema „Ausweitung des Europäischen Emissionshandelssystems auf den Seeverkehr – Norddeutsche Perspektiven“.
Schirmherr der Veranstaltung war Niclas Herbst, MdEP und stellvertretener Vorsitzender des Haushaltsausschusses, der gemeinsam mit Patricia Schlimbach von der IHK Nord die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte. Ebenfalls teilgenommen hat der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, MdB.
Dr. Peter Liese, MdEP, Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI), führte mit einem Impulsvortrag in die Thematik ein. So lege der von der neuen Europäischen Kommission Ende des letzten Jahres vorgestellte „Green Deal“ ambitionierte Pläne auch für die maritime Wirtschaft fest. Vor dem Hintergrund der Reduktion der Emissionen in allen Verkehrssektoren sollen dabei auch die Emissionen im Seeverkehr reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt die Europäische Kommission die Ausweitung des Europäischen Emissionshandelssystems (ETS) auf den Seeverkehr vor. Nicht nur die Kommission, sondern auch die große Teile des Europäischen Parlaments sind sehr an einer umweltfreundlicheren Ausgestaltung der maritimen Wirtschaft interessiert.
Patricia Schlimbach stellte den Teilnehmern einige Themenvorschläge für die anschließende Diskussion vor, u.a. die Harmonisierung der Maßnahmen auf internationaler Ebene, die Ausgestaltung eines möglichen CO2-Grenzausgleichssystem, die möglichen Verwendungen der Mittel aus einem ETS sowie Fragen hinsichtlich der Nutzung von aus der MRV-Verordnung gewonnenen Schiffsdaten.
Im Rahmen der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass bei einer Ausweitung des ETS die Besonderheiten des Seeverkehrs – insbesondere im Vergleich zum Flugverkehr, welcher bereits in das ETS integriert ist – beachtet werden sollten. Nur so können nachteilige Effekte wie die Emissionsverlagerung langfristig minimiert werden. Auch müssten alle internationalen Reedereien bzw. Schiffsbetreiber, die europäische Häfen anlaufen, am Emissionshandel beteiligt werden. Hier waren sich die Teilnehmer größtenteils einig, dass dies am besten über internationale und für alle Beteiligten gleich geltenden Vereinbarungen über die IMO durchgeführt werden sollte. Die EU müsse dazu besonders die großen Volkswirtschaften USA und China, aber auch die anderen internationalen Player mit ins Boot holen, um mögliche Gegenmaßnahmen anderer Staaten zum ETS zu vermeiden. In der Diskussion wurde auch deshalb mehrfach gefordert, den Klimaschutz mit einem wettbewerblichen System anzugehen.
Den Teilnehmern stellte sich auch die Frage, ob es möglich sei, CO2-Neutralität mit den derzeitig gegebenen Technologien bei Schiffsantrieben zu erreichen. Deshalb sei es u.a. wichtig, dass mögliche Einnahmen des ETS für die Forschung und Entwicklung innovativer Antriebstechnologien verwendet werden. Hierzu gab es Forderungen hinsichtlich flexiblerer Beihilferegelungen für Unternehmen sowie zu allgemein flexibleren Regelungen für Infrastrukturinvestitionen, um so eine Beschleunigung der Prozesse zu erreichen. Auch müsse sichergestellt werden, dass ausreichende Finanzmittel aus den ETS-Zahlungen in Form von Innovationsförderung in den maritimen Sektor zurückfließen.
Im Rahmen des Gesprächs wurde ebenfalls über die WTO-Kompatibilität eines CO2-Ausgleichsystems diskutiert, hier insbesondere über die Frage der verpflichtenden Beteiligung von außereuropäischen Drittländern und die internationale Aufteilung und Verwendung möglicher ETS-Einnahmen.
Inwiefern der Brexit Auswirkungen auf die gemeinsame Weiterführung der EU-Klimapolitik im Allgemeinen und den geplanten Europäischen Emissionshandelssystems auf den Seeverkehr im Speziellen – z.B. durch Routenänderungen im Transshipment – haben könnte, wurde von den Teilnehmern ebenfalls angesprochen.
Niclas Herbst fasste am Ende der Diskussion kurz zusammen, dass durch den geplanten ETS neben den gewünschten positiven Klimaschutzergebnissen auch Belastungen für die betroffenen Akteure in der maritimen Wirtschaft entstehen werden. Er glaube jedoch an die Innovationskraft des Maritimen Sektors und hoffe auf gut ausgestaltete und für alle umsetzbare internationale Lösungen, die der Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Branche nicht schaden. Obwohl sich die Pläne der Europäischen Kommission zur Ausweitung des Emissionshandels auf den Seeverkehr zwar noch in einem frühen Stadium befinden waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass die von der IHK Nord initiierte „Roundtable Discussion“ zu diesem für die gesamte norddeutsche maritime Wirtschaft wichtigen Thema zur rechten Zeit komme, um auf die künftigen Herausforderungen hinzuweisen sowie Chancen und Risiken zu diskutieren.

Das Veranstaltungsformat „Roundtable Discussion“ der IHK Nord in Brüssel hat das Ziel, den stetigen Austausch über norddeutsche wirtschaftsbezogene Themen zu fördern.
Nordic Talking

Planungsbeschleunigung von Infrastrukturprojekten

Am Donnerstag, 14. März 2019, traf sich die IHK Nord im Rahmen eines weiteren Nordic Talkings mit 25 Abgeordneten des Bundestages in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Thema des Mittagsgesprächs war die Planungsbeschleunigung von Infrastrukturprojekten.
Auf die kurze Einführung und Begrüßung durch Dr. Malte Heyne, Geschäftsführer IHK Nord und den Schirmherrn Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Deutschen Bundestags, folgte der Impuls von Dr. Bernhard Brons, Vorstand AG Ems. Dr. Bernhard Brons erläuterte in seinem Vortrag die aus norddeutscher Sicht nicht schnell genug vorankommenden Infrastrukturvorhaben, dessen lange Dauer bis zur Umsetzung auf die komplexen Planverfahren im Rahmen von Abstimmungsrunden innerhalb der Verwaltung zurückzuführen sei. Erste Ansätze wie der Antrag für ein Gesetz zur Beschleunigung von Hafenplanungen sowie das Gesetz zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich und Maßnahmen zur schnelleren Umsetzung von fünf Pilotprojekten bestehen bereits. Umweltverbände strengen jedoch häufig Klageverfahren gegen die Planfeststellungsbeschlüsse an, deren Dauer unkalkulierbar sind. Aktuell wird die Ausweitung des Klagerechts auf Privatpersonen diskutiert. Sollte das EU-Recht umgesetzt werden, befüchtet die IHK Nord eine Flut von Einzelklagen. Eine enorme Verzögerung für wichtige Infrastrukturvorhaben.
Dr. Bernhard Brons zeigte den anwesenden Teilnehmern hierzu einige erfolgreiche Beispiele aus den Niederlanden auf. Dort werden Infrastrukturprojekte deutlich schneller realisiert. Im Ergebnis der anschließend sehr angeregten Diskussion zeigte sich mehrheitlich und fraktionsübergreifend eine Reformbereitschaft der komplexen Planverfahren. Zusätzlich besteht der Wunsch nach Impulsen für einen größeren Dialog für die Reform im Planungsrecht und Unterstützung seitens der Wirtschaft für Reformen. Der grundsätzlicher Tenor: "Wir brauchen eine andere Kultur für Infrastrukturplanungen".
Nordic Talking

Expertise zur Wasserrrahmenrichtlinie

Am 28. November 2018 fand in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin ein IHK Nord-Mittagsgespräch „Nordic Talking“ für Bundestagsabgeordnete statt. Vorgestellt wurde eine im Auftrag der IHK Nord durch die Ramboll Management Consulting erstellte Expertise zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) auf Norddeutschland. Ziel der Veranstaltung war ein Austausch darüber, wie eine gute Vereinbarkeit von ökologischen und ökonomischen Fragen bei der Planung und Umsetzung von wichtigen Infrastrukturmaßnahmen erreicht werden kann.
Die 20 Teilnehmer, u.a. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, wurden von Dr. Malte Heyne, IHK Nord, und der Schirmherrin der Veranstaltung, Claudia Müller, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt.
Dr. Heyne stellte die Expertise gemeinsam mit Prof. Dr. Holger Schwemer, Fachanwalt für Europa- und Wasserrecht sowie Mitautor der Studie, vor. Dr. Heyne erläuterte, dass die norddeutsche Wirtschaft zum Ziel der WRRL stehe, europaweit für saubere Gewässer zu sorgen. Die Ergebnisse der Expertise zeigten jedoch, dass in Norddeutschland durch die aktuelle Anwendung der WRRL erhebliche Auswirkungen sowohl bei Genehmigungen von Gewässerausbauvorhaben auf Grundlage eines Planfeststellungsbeschlusses als auch bei Genehmigungen für weitere Benutzungen von Gewässern entstünden. Neben einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand von bis zu zwei Jahren z.B. für Planfeststellungsverfahren bei Infrastrukturvorhaben werden in der Studie vor allem höhere Kosten von Genehmigungsverfahren, eine erhöhte Rechtsunsicherheit sowie ein sehr hoher Dokumentationsaufwand aufgeführt.
Professor Schwemer erläuterte die Revisionserfordernisse zur WRRL, basieren auf den Ergebnissen der Expertise (siehe unten sowie beigefügte Übersichten).
Die Teilnehmer diskutierten anschließen über die Probleme bei der aktuellen Umsetzung der WRRL. Vor allem bei der Länge der Planungsverfahren und sowie anschließender Gerichtsverfahren von teilweise mehreren Jahren waren sich die Teilnehmer einig, dass es hier einer Verbesserung der Planungs- und Gerichtsprozesse sowie einer besseren personellen Ausstattung der Planungsbehörden bedarf. Eine effizientere Gestaltung der Verfahren dürfe allerdings nicht die Rechte der Beteiligten einschränken.
Enak Ferlemann, informierte über das kommende Gesetz zur Beschleunigung von Planungs-  
und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich, das die Umsetzung von Infrastrukturprojekten verkürzen soll. Diese Grundsätze der Planungsbeschleunigung sollten, so einige Teilnehmer, auch auf das für Infrastrukturplanungen wichtige Wasserrecht übertragen werden. Es wurde darauf verwiesen, dass eine Verschlankung der Planungsprozesse nach niederländischem oder dänischem Vorbild u.a. durch die Verabschiedung von Planungsbeschlüssen per Bundesgesetz zur Umsetzung von wichtigen Infrastrukturmaßnahmen aus ihrer Sicht ebenfalls betrachtet werden sollte. Gleichwohl sollte die EU nicht aus der Pflicht entlassen werden, im Rahmen der Evaluation der WRRL auch die Vereinbarkeit von ökologischen Zielen und ökonomischen Anforderungen einzubeziehen und für eindeutige und anwendbare Regelungen zu sorgen. Hier sollte durch mögliche Kompensationsmaßnahmen ein Ausgleich zwischen Umweltinteressen und den Interessen der betroffenen Wirtschaft in Betracht gezogen werden.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass ein weiterer Austausch zu diesem wichtigen Thema notwendig sei.

Handlungsempfehlungen der Expertise zu den wirtschaftlichen Folgen der Wasserrahmenrichtlinie für Norddeutschland
  • Normenklarheit herstellen: Den norddeutschen Unternehmen entstehen erhebliche Unsicherheiten für ihre Investitionsvorhaben daraus, dass die in der WRRL verwendeten Rechtsbegriffe nicht hinreichend konkret gefasst sind. Insofern sollte der europäische Gesetzgeber die in der WRRL verwendeten Tatbestandsmerkmale präzisieren.
  • Ausgleich zwischen Umweltbelangen und öffentlichen sowie wirtschaftlichen Interessen: Die WRRL setzt hohe umweltrechtliche Qualitätsstandards. Diese sollten beibehalten werden. Aber sie muss auch der Wirtschaft Raum lassen. Deshalb muss die WRRL um Ausnahmeregelungen und Abweichungen ergänzt werden. Vorrangig öffentliche, aber auch zwingend wirtschaftliche Interessen müssen in der WRRL als gegenläufige Interessen Berücksichtigung finden.
  • Bestandsschutz sichern: Der Umweltschutz ist im Unionsrecht dynamisch ausgestaltet, so dass es kaum Schutz vor nachträglichen Änderungen gibt. Unternehmen benötigen – insbesondere für Investitionsentscheidungen – Planungssicherheit und damit eine Regelung des Bestandschutzes in der WRRL.
  • Anerkennung von Ausgleichsmaßnahmen: Gegenwärtig besteht im Gewässerschutzrecht keine Möglichkeit, den hohen Schutzanforderungen durch Ausgleichsmaßnahmen, Ersatzmaßnahmen oder auch durch kompensatorische Zahlungen gerecht zu werden. Aus der Sicht von Industrie und Gewerbe wäre es erforderlich, diese Instrumentarien zur Abmilderung des strengen Umweltschutzes in die WRRL mit aufzunehmen.
  • Wirksame Zuordnung von Schadstoffeintragungen und Sedimenteinwirkungen durch benachbarte Mitgliedsstaaten: Die europäischen Flussgebietseinheiten erstrecken sich über die Grenzen der Mitgliedsstaaten  und machen an diesen nicht halt. Dadurch entstehen stromabwärts gelegenen Unternehmen in Teilen Entsorgungskosten für schadstoffbelastete Sedimente, deren Verunreinigung sie weder verursacht haben noch beeinflussen können.
Nordic Talking

IHK Nord diskutiert mit Abgeordneten und der Kommission über Verbesserungsmöglichkeiten der Wasserrahmenrichtlinie

Am Mittwoch, den 7. November 2018 fand im Europäischen Parlament in Brüssel das IHK Nord Mittagsgespräch “Nordic Talking“ mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie Frau Bettina Döser von der Kommission statt. Thema war die Wasserrahmenrichtlinie im Lichte der laufenden Evaluation.
Die Teilnehmer wurden von Dr. Malte Heyne, IHK Nord, und der Schirmherrin der Veranstaltung, Gesine Meißner, MdEP, begrüßt. Frau Bettina Döser, Abteilungsleiterin der Generaldirektion Umwelt der Kommission, gab einen Einblick in die aktuell laufende öffentliche Konsultation im Rahmen der Evaluation der Wasserrahmenrichtlinie. Insgesamt stoße die öffentliche Konsultation auf breites Interesse der Öffentlichkeit. Beiträge der Wirtschaft zu den Verbesserungspotenzialen der Wasserrahmenrichtlinie seien daher gleichfalls sehr willkommen.
Frau Patricia Schlimbach, Referentin IHK Nord, stellte hierauf das von der IHK Nord in Auftrag gegebene Gutachten über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Wasserrahmenrichtlinie auf Norddeutschland vor. Konkrete Auswirkungen seien insbesondere erhöhte Kosten für Unternehmen bei der Umsetzung der Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie sowie die Verzögerung der für den Wirtschaftsstandort Norddeutschland zentralen Infrastrukturvorhaben.
Anschließend legte Herr Karsten Dirks, Geschäftsführer der EVAG Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH sowie Vorstandsvorsitzender Niedersächsische Hafenvertretung e.V. in einem Impulsvortrag die Herausforderungen der Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht der Niedersächsischen Häfen dar. Herr Dirks wies dabei auch auf die unterschiedliche Umsetzung der Mitgliedstaaten hin. So sei die Vertiefung der Außenems auf der niederländischen Seite bereits abgeschlossen, wohingegen sich der Prozess auf deutscher Seite weiterhin verzögere.   
Die Teilnehmer diskutierten anschließend über die Umsetzung der  Wasserrahmenrichtlinie. Obschon das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie, saubere europäische Gewässer zu schaffen, sinnvoll sei, bedürfe es der besseren Vereinbarkeit ökologischer und ökonomischer Belange. Dies müsse sowohl überregional als auch im Hinblick auf die betroffenen Wirtschaftsbranchen erfolgen. Kritisch sahen die Teilnehmer in diesem Kontext insbesondere das nach der Wasserrahmenrichtlinie geltende absolute Verschlechterungsverbot, wonach bereits kurzzeitige Verschlechterungen der Gewässerqualität dem Grunde nach verboten sind.
Nordic Talking

Wasserrrahmenrichtlinie: IHK Nord diskutiert mit Abgeordneten

Am Mittwoch, dem 27. Juni 2018 fand das zweite IHK Nord Nordic Talking zur EU-Wasserrahmenrichtlinie in Berlin statt.
Den Onepager zur Veranstaltung finden Sie hier.
Am 27. Juni 2018 fand in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin das IHK Nord-Mittagsgespräch „Nordic Talking“ für Bundestagsabgeordnete statt. Thema war die anstehende Evaluation der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Die 20 Teilnehmer wurden von Dr. Malte Heyne, IHK Nord, und dem Schirmherren der Veranstaltung, Uwe Schmidt, MdB, begrüßt. Gunther Bonz, Generalbevollmächtigter EUROGATE und Präsident der Federation of European Private Port Operators (FEPORT) gab einen Überblick über die massiven Auswirkungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) auf wirtschaftliche Aktivitäten nicht nur in Norddeutschland. Er wies eindringlich darauf hin, dass sowohl die fehlende Benennung von Gewässern als nutzbares Gut als auch das Verschlechterungsverbot sowie das komplette Fehlen der Möglichkeit von Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen die wirtschaftlichen Aktivitäten an und auf Gewässern einschneidend bedroht. Die unveränderte Anwendung der WRRL könnte bereits mittelfristig zu einem Stillstand der wirtschaftlichen Investitionen bei betroffenen Unternehmen führen.
Thomas Windgassen, Präsident der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum und Dr. Torsten Slink, Hauptgeschäftsführer der IHK für Ostfriesland und Papenburg schilderten die Probleme bei der Umsetzung der WRRL anhand von Unternehmensbeispielen aus der norddeutschen Region.
Die Teilnehmer diskutierten anschließen über die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie sowie über Probleme bei ihrer aktuellen Umsetzung. Alle waren sich einig, dass das Ziel der WRRL, saubere europäische Gewässer zu schaffen, weiterhin sinnvoll sei und der Unterstützung bedarf. Einige Teilnehmer wiesen hierbei auf die regionalen Belastungen durch Landwirtschaft und einzelne Großunternehmen hin. Außerdem seien weitere Betrachtungen hinsichtlich der Auswirkungen der WRRL auf die von den Gewässern abhängigen ökonomischen Aktivitäten notwendig. Dies müsse sowohl überregional als auch im Hinblick auf die betroffene Wirtschaftsbranchen erfolgen, um mögliche Probleme zu identifizieren. Hier plädierten vor allem die Wirtschaftsvertreter und weitere Teilnehmer für einen Ausgleich zwischen Umweltinteressen und den Interessen der betroffenen Wirtschaft bei der anstehenden Evaluation der WRRL.
Nordic Talking in Brüssel

Diskussion mit EU-Abgeordneten zur Wasserrahmenrichtlinie

Am Mittwoch, dem 21. März 2018 fand das IHK Nord Nordic Talking zur EU-Wasserrahmenrichtlinie im EU-Parlament statt.
Den Onepager zur Veranstaltung finden Sie hier.
Die Veranstaltung stieß auf sehr großes Interesse. Erfreulicherweise waren Vertreter aller norddeutschen Bundesländer gekommen. Den Impulsvortrag hielt Gunther Bonz aus Hamburg, Generalbevollmächtigter von Eurogate, Präsident von FEPORT und des Unternehmensverbands Hafen Hamburg. Die Präsentation seines Vortrags finden Sie hier zum Download. Der Vortrag stieß insbesondere bei den EU-Abgeordneten auf reges Interesse. Es entzündete sich eine kontroverse Debatte zwischen den Abgeordneten über die Praxistauglichkeit der in der Wasserrahmenrichtlinie genannten Vorgaben und dem Verhältnis zwischen Wirtschafts- und Umweltinteressen. Auch die Landwirtschaft sowie die Fischerei sollten noch stärker in den Blick genommen werden. Es wurde die Sorge geäußert, dass Deutschland im Vergleich mit den anderen EU-Mitgliedstaaten die Richtlinienvorgaben nicht nur stärker umsetze, sondern sogar über die Vorgaben der Richtlinie hinausgehe. Dr. Heyne, Geschäftsführer der IHK Nord stellte hierzu fest, dass vor diesem Hintergrund bereits jetzt parallel zu den Arbeiten auf EU-Ebene auch auf nationaler Ebene (im Bund und in den Bundesländern) Gespräche geführt würden, um frühzeitig einer Verschärfung der Richtlinie entgegen zu wirken.
Schirmherr Herr Gieseke schloss die Veranstaltung mit dem Wunsch an die IHK Nord, zeitnah eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema durchzuführen.
Ein weiteres Nordic Talking zum Thema Wasserrahmenrichtlinie in Brüssel ist für Herbst 2018 geplant, nachdem Vorlage der aktuell ausstehenden Berichte der EU-Kommission zum Umsetzungsstand der Richtlinie in den Mitgliedstaaten und nach Durchführung der öffentlichen Konsultation erfolgt ist.
Artikel in der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ): "Wirtschaft in heller Aufregung"
Lesen Sie hier den gesamten Artikel und welchen Zielkonflikt die Wirtschaft in der Transportlogistik mit der WRRL sieht.
Kooperationsveranstaltung

Die Bedeutung der deutschen Seehäfen für die NRW-Wirtschaft

Eine gute verkehrliche Erreichbarkeit, eine hohe Qualität der Verkehrswege und eine effiziente Vernetzung der Verkehrssysteme gehören seit jeher zu den wichtigsten Standortfaktoren überhaupt. Gerade in Nordrhein-Westfalen, wo die Logistikwirtschaft zu den tragenden wirtschaftlichen Säulen zählt, ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur heute mehr denn je Garant für Wachstum und Beschäftigung im Land und darüber hinaus. Denn Nordrhein-Westfalen übernimmt durch seine gute Anbindung an die großen Seehafenstandorte eine zentrale  Funktion als multimodale Logistik-Drehscheibe für ganz Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist eine leistungsfähige  Anbindung an die Seehafenstandorte für die NRW-Wirtschaft von besonderer Bedeutung.
IHK Nord und IHK NRW wollen sich gemeinsam mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e. V. (ZDS) für eine Stärkung der wirtschaftlichen Verflechtungen und die Weiterentwicklung der Hinterlandverbindungen zwischen NRW und den deutschen Seehäfen engagieren und für dieses Ziel die Unterstützung der Politik einwerben.
IHK NRW und IHK Nord, die Vereinigungen der Industrie- und Handelskammern in NRW und im Norden Deutschlands, diskutierten in Kooperation mit dem ZDS, die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für den  Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft wurde die  Entwicklung der regionalen Logistikströme über die deutschen Seehäfen ins Ausland und aus dem Ausland aufgezeigt und überlegt, wie die Anbindung an Seeverkehrswege noch besser gelingen kann.

Programm

16:00 Uhr Eintreffen der Teilnehmer
Kaffeebar
Beginn der Veranstaltung
16:30 Uhr
Begrüßung und Einführung

Nordrhein-Westfalens Verkehrsanbindungen an die Weltmärkte – Wo gibt es Engpässe und wie können sie
beseitigt werden?
Ralf Kersting, Präsident IHK NRW – Die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e. V.
16:45 Uhr
Impulsreferat

Vorstellung der Studie „Die Bedeutung der deutschen
Seehäfen für den deutschen Außenhandel“ mit dem Fokus auf Nordrhein-Westfalen
Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg
17:00 Uhr
Impuls aus Sicht der NRW-Politik

angefragt
17:15 Uhr
Talkrunde

Wie verändern sich die globalen Logistikströme? Welche Bedeutung hat dies für die Logistikwirtschaft und den Güterverkehr über die deutschen Seehäfen?
Dr. Christoph Kösters, Geschäftsführer, Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e. V.
Jens Scharner, Geschäftsführer der Rostock Port GmbH
Torsten Schütte, Geschäftsführer, Container-Terminal Dortmund (CTD)
Moderation:
Joachim Brendel, Federführer Verkehrspolitik IHK NRW
18:15 Uhr
Zusammenfassung / Ausblick

Frank Dreeke, Vizepräses der Handelskammer Bremen und Präsident des Zentralverbandes der deutschen
Seehafenbetriebe
18:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

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