Konjunkturreport Tourismus Herbst 2016

Anhaltender Trend zum Urlaub im Inland

Tourismuswirtschaft in Norddeutschland zufrieden

Die IHK Nord hat Betriebe aus dem Gastgewerbe und der Reisewirtschaft in den fünf norddeutschen Bundesländern zum Verlauf der Sommermonate 2016 befragt. Als beliebte Reisedestination wurde in Norddeutschland in den letzten Jahren verstärkt in eine attraktive touristische Infrastruktur investiert. Dabei freut sich das Gastgewerbe über eine gestiegene Nachfrage – die Stimmungslage entwickelt sich positiv und erreicht einen sehr guten Konjunkturklimaindex von 134 Punkten. Der Index der Reisewirtschaft zeigt mit 120 Punkten, dass das Geschäft mit den Urlaubsreisen wieder leicht an Fahrt aufgenommen hat (Vergleich Frühjahr 2016: 98 Punkte), aber doch zurückhaltender bewertet wird. Der aus der Umfrage ermittelte Konjunkturklimaindex spiegelt die aktuelle Stimmung der Branchen in einem Bereich zwischen 0 und 200 Punkten wider (gesamter Konjunkturreport hier).
2016_2_Konjunkturbericht JPEG
Das Gastgewerbe profitiert vom anhaltenden Trend zum Urlaub im eigenen Land.
„Die zurückhaltende Bewertung des Konjunkturklimas durch die Reisewirtschaft ist darin begründet, dass viele Deutsche aktuell lieber Urlaub im eigenen Land machen, anstatt die schönste Zeit des Jahres in derzeit von Krisen und Terrorismus gebeutelten klassischen Auslandsdestinationen zu verbringen“, so die Beurteilung von Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Hamburg.
Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der eigenen Branche betrachtet das Gastgewerbe den zunehmenden Fachkräftemangel. Derzeit kann rund die Hälfte der Befragten offene Stellen längerfristig nicht besetzen.
„Die Lösungsansätze für diese Herausforderung sind vielfältig“, so Melsheimer. „Von der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zur Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland müssen die touristischen Betriebe heute kreativ und offen für die Gewinnung von Arbeitskräften sein“.
Schon heute beschäftigt jedes fünfte Unternehmen des norddeutschen Gastgewerbes Menschen, die in den letzten 5 Jahren als Flüchtlinge nach Norddeutschland gekommen sind. Weitere zehn Prozent der norddeutschen Unternehmen im Gastgewerbe plant in den kommenden zwei Jahren Flüchtlinge einzustellen.