Positionspapier

Forderungen der IHK Nord an die künftige EU-Tourismusförderung 2021-2027

Tourismus als Wirtschaftsregion stärken

Die IHK Nord veröffentlicht ein Positionspapier zur Förderung des Tourismus im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen, der für den Zeitrahmen von 2021 bis 2027 festgelegt wird. Darin fordert der Zusammenschluss von zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern größtmögliche Spielräume für eine ganzheitliche Tourismusförderung, einen erkennbaren Korridor für die finanzielle Begleitung touristisch nutzbarer Infrastruktur sowie die Verringerung des bürokratischen Aufwandes beim Zugang zu Fördermitteln.
Nach Ansicht der IHK Nord stellt der Tourismus in Norddeutschland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar insbesondere mit Blick auf Arbeits- und Ausbildungsplätze, aber auch für die Attraktivität des ländlichen Raums. In vielen Regionen prägt er maßgeblich das Wirtschaftsleben und trägt mit einem Anteil von über 20 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Er veranlasst in erheblichem Umfang Investitionen und sichert Arbeit und Einkommen. Zudem bietet die Wachstumsbranche Tourismus mit rund 3 Mio. Beschäftigten Chancen für fast alle Qualifikations- und Bildungsniveaus. Vor dem Hintergrund der wachsenden Herausforderungen muss die Finanzierung der für die touristische Entwicklung notwendigen Infrastruktur mittel- und langfristig sichergestellt werden.
Der sogenannte mehrjährige Finanzrahmen der EU legt jeweils für sieben Jahre die Höhe der Einnahmen und Ausgaben verbindlich fest. In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 stehen europaweit 454 Mrd. Euro zur Verfügung, von denen Deutschland rund 30 Mrd. Euro erhält.
Eine begleitende touristische Förderung wird durch den EFRE Fonds (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und den ELER Fonds (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung) ermöglicht, jedoch haben sich die Finanzierungsbedingungen für den Tourismus insbesondere im Bereich Infrastrukturförderung im Vergleich zu vergangenen Förderperiode verschlechtert. Gerade die Förderung von Infrastruktur ist für den Tourismus jedoch elementar, da er Anreize für private Folgeinvestitionen wie Hotelansiedlungen, Ansiedlung von gastgewerblichen Betrieben und Freizeitwirtschaft bietet. 
„Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung“ erklärte Gert Stuke, Vorsitzender der IHK Nord. Daher plädiert die IHK Nord für eine ganzheitliche Tourismusförderung im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen und setzt sich für einen erleichterten Zugang der Kommunen und Unternehmen zu Fördermitteln ein.