Konjunktur Tourismus

Stagnation im Gastgewerbe

Bürokratie schafft enormen Arbeitsaufwand
Die IHK Nord hat knapp 900 Betriebe zur konjunkturellen Lage im Tourismus in der ersten Jahreshälfte 2018 befragt. Es handelte sich hierbei um Betriebe des Gastgewerbes (Beherbergungs- und Gaststättenbetriebe) und der Reisewirtschaft (Reisebüros, Reiseveranstalter und Omnibusunternehmen) aus den fünf norddeutschen Bundesländern. Die Stimmungslage im Gastgewerbe ist um 13 Punkte zum Vorjahreszeitraum spürbar gesunken. Trotzdem wird ein immer noch guter Indexwert des Konjunkturklimas von 121 Punkten erreicht. Die Lage der Reisewirtschaft entwickelt sich weiterhin positiv. Mit 133 Punkten befindet sich die Stimmung der Branche auf einem hohen Niveau. Der aus der Umfrage ermittelte Konjunkturklimaindex spiegelt die aktuelle Stimmung der Branchen zwischen 0 und 200 Punkten wider.
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Die deutlich schlechtere Bewertung der aktuellen Geschäftslage im Gastgewerbe im Vergleich zur Vorjahressaison erklärt sich durch die wachsenden Herausforderungen an die Branche bei Themen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung, Bürokratie und erhöhten Arbeitskosten, die sich fortlaufend zuspitzen.
„Bürokratiethemen wie die DSGVO und EU-Pauschalreiserichtlinie sorgen für Unsicherheit und erhöhten Arbeitsaufwand im Arbeitsalltag der Unternehmer“, stellt Gert Stuke, Vorsitzender der IHK Nord, fest. “Die Reisewirtschaft wird weiterhin gut bewertet. Die gute wirtschaftliche Lage spiegelt sich auch im Urlaubsverhalten der Norddeutschen wider“, so Stuke.
Immer mehr touristische Unternehmen können offene Stellen nicht besetzen. Über 50 Prozent der bDie Anforderungen der Gäste wachsen stetig. Die wachsende Reisetätigkeit und die mögliche Vergleichbarkeit der Angebote im Onlinebereich spornen die touristischen Unternehmer zu Veränderungen und Modernisierung ihrer Angebote an. Gerade deshalb ist auch die Wichtigkeit der Förderung touristischer Investitionen in der Zukunft nicht zu unterschätzen. So werden vermehrt an Urlaubsorten neue touristische Infrastruktur erschaffen und Moderniserungsvorhaben durchgeführt. Diese Entwicklung lässt sich auch in der aktuellen Saisonumfrage ablesen: Rund ein Drittel der befragten Unternehmen im Gastgewerbe und ein Viertel in der Reisewirtschaft gaben an, dass Ihnen ein guter Zugang zu Fremdfinanzierungsmöglichkeiten gegeben war. Einen schlechten Zugang erlebten weniger als 10 Prozent  der Befragten. 4 Prozent der Unternehmen im Gastgewerbe und 6 Prozent in der Reisewirtschaft haben keine Finanzierung erhalten.
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