ND, Bund & EU

Wasserstoffstrategien der Politik

Norddeutsche Wasserstoffstrategie

Am 7. November 2019 verabschiedeten die fünf norddeutschen Küstenländer, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Norddeutsche Wasserstoffstrategie mit dem Ziel, eine grüne Wasserstoff-Wirtschaft als Säule der Energie- und Verkehrswende aufzubauen.
Das Positionspapier (PDF) nennt folgende einzigartige Standortvorteile Norddeutschlands für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft:
  • hohe Erzeugungskapazitäten für On- und Offshore-Windstrom mit weiterem Ausbaupotenzial
  • unterirdische Formationen zur Speicherung von Wasserstoff
  • Seehäfen, die als Logistik- und Wirtschaftszentren mit ihren Importterminals künftig eine wesentliche Rolle bei Import und Verteilung von grünem Wasserstoff und synthetischen Energieträgern, bei der Nutzung von Wasserstoff sowie beim Export von Wasserstofftechnologien und -komponenten spielen werden
  • maritime Unternehmen und wissenschaftliche Expertise sowie
  • Industriezweige mit erheblichen Erfahrungen im Umgang mit Wasserstoff; weiteres Know-how wird in den sechs norddeutschen „Reallaboren der Energiewende“ aufgebaut
Die Strategie verfolgt insgesamt das Ziel, in Norddeutschland bis zum Jahr 2035 eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufzubauen, um eine nahezu vollständige Versorgung aller an grünem Wasserstoff interessierten Abnehmer zu ermöglichen. Die international anerkannten Klimaziele erfordern nämlich eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad. Hierzu müssen Treibhausgasemissionen nachhaltig reduziert und eine Energiewende über alle Sektoren (Strom, Mobilität, Industrie, Haushalte) hinweg vollzogen werden. Der Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft würde überdies insbesondere für deutsche Hersteller die Möglichkeit eröffnen, sich beim Thema Wasserstoff / Elektrolyse einen Technologievorsprung zu erarbeiten und die industrielle Produktion, z. B. für Anlagentechnik, in Deutschland auszurollen.

Nationale Wasserstoffstrategie

Die Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) verzahnt Klima-, Energie-, Industrie- und Innovationspolitik. Ziel ist es, Deutschland international zu einem Vorreiter bei grünem Wasserstoff zu machen und langfristig die Weltmarktführerschaft bei Wasserstofftechnologien zu erlangen und zu sichern.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die NWS insbesondere folgende Ziele:
  • Wasserstofftechnologien als Kernelemente der Energiewende etablieren, um mit Hilfe erneuerbarer Energien Produktionsprozesse zu dekarbonisieren
  • Die regulativen Voraussetzungen für den Markthochlauf der Wasserstofftechnologien zu schaffen
  • Deutsche Unternehmen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem Forschung und Entwicklung und der der Technologieexport rund um innovative Wasserstofftechnologien forciert werden
  • Die zukünftige nationale Versorgung mit CO2-freiem Wasserstoff und dessen Folgeprodukte sichern und gestalten
Lesen Sie hier mehr über die in der Wasserstoffstrategie festgehaltenen 38 Maßnahmen: PDF des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Europäische Wasserstoffstrategie

Die EU-Kommission hat am 8. Juli 2020 ihre Strategie zum sauberen Wasserstoff vorgelegt. Die Strategie befasst sich damit, wie das Potenzial von Wasserstoff durch Investitionen, Regulierung, Schaffung von Märkten sowie Forschung und Innovation ausgeschöpft werden kann.